Krimi in der Pommernhalle: HSV Insel Usedom gibt Sieg gegen OSF Berlin aus der Hand

Endstand: 28:28 (13:12)

Es sollte die große Revanche für die Niederlage zum Serienauftakt im Vorjahr werden, doch am Ende fühlte sich das Unentschieden für den HSV Insel Usedom fast wie eine Niederlage an. In einem nervenaufreibenden Schlagabtausch trennten sich die Usedomer und die SG OSF Berlin in der Pommernhalle mit 28:28. Trotz einer zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Führung reichte es für die Hausherren nur zu einem Punkt.

Erste Halbzeit: Enger Schlagabtausch

Die Partie begann ausgeglichen. Beide Teams tasteten sich nicht lange ab, sondern suchten den direkten Weg zum Tor. Nachdem Luca Leon Flathe die Gäste in Führung gebracht hatte, antwortete der an diesem Tag überragende Marc-Christoph Hagemeier prompt für den HSV.

Bis zur Mitte der ersten Hälfte konnten sich die Gäste aus Berlin leichte Vorteile erspielen. Über ein 4:6 (7. Minute) und 6:8 (13. Minute) durch Suad Pajaziti setzte sich OSF leicht ab. Doch Usedom kämpfte sich zurück. Angetrieben von Hagemeier und Karol Moscinski glich der HSV aus und ging kurz vor dem Pausenpfiff, durch zwei Treffer von Hagemeier in Folge, mit einer knappen 13:12-Führung in die Kabine.

Zweite Halbzeit: Usedomer Feuerwerk und der Bruch

Die „Glende-Sieben“ kam hellwach aus der Kabine. Trotz einer hitzigen Phase um die 30. Minute (Zeitstrafen gegen Städing und  Nowomiejski) drückte Usedom aufs Tempo. Jakub Pawlicki, Christian Schwarz und erneut Hagemeier sorgten für einen Blitzstart. Als Schwarz in der 36. Minute zum 18:13 traf, schien der Heimsieg greifbar.

Doch Berlin steckte nicht auf. Luca Leon Flathe brachte die Gäste wieder heran (18:16), ehe Usedom den Abstand wiederherstellte. In der 44. Minute stand es 23:19 durch Pawlicki.

„Wir hätten nach dem 23:19 davonziehen müssen, schafften es aber nicht. Stattdessen fingen wir zwei schnelle Gegentore,“ analysierte der Trainer nach dem Spiel kritisch.

Zusätzlich haderten die Hausherren in der Schlussviertelstunde mit der Linie der Unparteiischen, die laut Usedomer Seite ihre zuvor gute Leistung verloren.

Herzschlagfinale ohne Happy End

In den letzten zehn Minuten entwickelte sich ein wahrer Handball-Krimi. Berlin verkürzte Tor um Tor. Suad Pajaziti und Fabian Schütze (per Siebenmeter) brachten die Gäste in der 57. Minute auf 27:26 heran. Als Pajaziti kurz darauf per Strafwurf zum 27:27 ausglich, hielt es niemanden mehr auf den Sitzen.

Usedom legte durch Karol Moscinski noch einmal zum 28:27 vor (59. Minute), doch Pajaziti glich 44 Sekunden vor Schluss erneut aus.

Die letzte Szene gehörte dem tragischen Helden des Spiels: Marc-Christoph Hagemeier. Der Top-Scorer, der sich ein Extra-Lob des Trainers verdient hatte, hatte den Siegtreffer in der Hand – doch sein Wurf traf nur den Pfosten.

Am Ende steht ein Punkt auf dem Haben-Konto der Usedomer, der sich angesichts des Spielverlaufs und der verpassten Chancen jedoch wie ein Punktverlust anfühlt.


Statistik zum Spiel

Ergebnis: 28:28 (13:12)

Beste Torschützen:

  • HSV Insel Usedom: Marc-Christoph Hagemeier, Christian Schwarz, Karol Moscinski

  • SG OSF Berlin: Luca Leon Flathe, Suad Pajaziti

Besondere Vorkommnisse:

  • Verwarnungen: Hagemeier (HSV), Westphal (Gast)

  • Zeitstrafen: Städing, Saß, Nowomiejski (HSV); Pieper (Gast)