Der HSV Insel Usedom hat in heimischer Halle ein echtes Ausrufezeichen gesetzt und den Grünheider SV deutlich mit 41:20 (16:9) vom Platz gefegt. Doch die Freude über die sportliche Machtdemonstration und das gelungene Comeback von Rückkehrer Felix Geiser wurde durch zwei schwere Verletzungen massiv getrübt.

Verschlafener Start und das große Erwachen Das Spiel begann für die Hausherren zunächst alles andere als nach Maß. Die Gäste aus Grünheide erwischten den besseren Start und nutzten die anfängliche Findungsphase des HSV konsequent aus. Nach gut sechs Minuten lag Usedom überraschend mit 0:3 in Rückstand. Erst ein verwandelter Siebenmeter von Sidney-Mike Loof (8. Minute) wirkte wie ein Weckruf. Plötzlich war die Aggressivität in der Abwehr da, und im Angriff lief der Motor an. Krzysztof Mucha und Louis Städing sorgten für den schnellen Anschluss, ehe Jakub Pawlicki in der 13. Minute den umjubelten 5:5-Ausgleich markierte. Wenig später drehte Marius Michelson die Partie zur ersten Führung (6:6).

Der Verletzungsschock Was ein Handballfest werden sollte, bekam jedoch noch im ersten Durchgang einen dunklen Schatten. Mit Louis Städing und Jakub Pawlicki verletzten sich gleich zwei wichtige Säulen der Usedomer schwer. Beide hatten in der Anfangsphase maßgeblich zur Wende beigetragen – Städing mit drei, Pawlicki mit zwei enorm wichtigen Treffern. Der Ausfall der beiden Leistungsträger war ein Schockmoment für Mannschaft und Fans, der die sportliche Wichtigkeit des Spiels für einen Moment in den Hintergrund rücken ließ.

Usedomer Express rollt nach der Pause Doch die Mannschaft bewies Charakter und rückte nach den Rückschlägen noch enger zusammen. Bereits zur Halbzeit hatte sich der HSV über ein starkes Tempospiel und einen bestens aufgelegten Karol Moscinski ein komfortables 16:9 erarbeitet.

Nach dem Seitenwechsel brachen bei den überforderten Gästen aus Grünheide alle Dämme. Die Usedomer spielten sich in einen wahren Rausch. Allen voran Marc-Christoph Hagemeier lief in der zweiten Hälfte regelrecht heiß: Er traf aus allen Lagen und krönte sich mit herausragenden zehn Toren zum unangefochtenen Topscorer der Partie. Die Abwehr stand wie ein Bollwerk, und die schnellen Gegenstöße wurden eiskalt verwandelt.

Emotionales Comeback für Geiser Ein echter Lichtblick in Halbzeit zwei war die lang ersehnte Rückkehr von Felix Geiser. Erstmals wieder im Kader, schnupperte er direkt wieder Wettkampfluft – und wie! In der 50. Minute krönte er sein Comeback mit dem Treffer zum 35:17 und ließ in der Schlussphase sogar noch das 40:19 folgen.

Am Ende leuchtete ein überragendes 41:20 auf der Anzeigetafel. Ein Sieg, der die spielerische Klasse und mentale Stärke des HSV Insel Usedom unterstreicht. Dennoch war es ein Erfolg, der teuer erkauft wurde – die Gedanken der Mannschaft und der Fans waren nach dem Schlusspfiff vor allem bei den beiden Pechvögeln des Abends.


Die Top-Torschützen des HSV Insel Usedom im Überblick:

  • Marc-Christoph Hagemeier: 10 Tore

  • Karol Moscinski: 6 Tore

  • Marius Michelson: 5 Tore

  • Christian Schwarz: 4 Tore (davon 3 Siebenmeter)

  • Louis Städing: 3 Tore